Aller Anfang ist schwer!

Published by Wiebke Rettig on

Der Weg hierher war nicht immer einfach für mich. Aber ich würde um keinen Preis der Welt etwas ändern wollen.
Seit 1984 arbeite ich mit „Home-Computern, wie sie damals genannt wurden. Schnell wurde es zur Leidenschaft, Neues zu entdecken und weiterzuentwickeln. Alle anderen Hobbys wie Nähen, Fotografieren, Filmen etc. blieben erst einmal auf der Strecke. Allerdings konnte ich die Kenntnisse im Fotografieren und Filmen in mein neues Hobby integrieren.

Da ich damals als Lehrerin arbeitete, brachte ich meine Kenntnisse in den Unterricht ein. Ja, es war eigentlich sogar umgekehrt: meine Schüler sprachen von Floppys, CPUs etc. und ich wusste überhaupt nicht, wovon die sprachen. Das konnte ich als Lehrkraft nicht auf mir sitzen lassen.

Ich weiß noch genau, wie sich der erste Computerkauf abspielte: mein Mann war in der Mittagspause bereit, auf unser Baby aufzupassen und ich fuhr zu einem Geschäft, das als eines der ersten überhaupt in Oldenburg “Heimcomputer” anbot. Dort wurde ich gefragt, wozu ich das Gerät benutzen wolle. Sie werden es nicht glauben, aber diese Frage konnte ich nicht beantworten.

Das hatte zur Folge, dass der Inhaber des Geschäftes mich doch glatt zurückschicken wollte. Ich solle mir erst einmal überlegen, wozu ich den PC denn verwenden wolle. „Also hören Sie mal zu, guter Mann. Ich möchte mit dem Gerät alles machen, denn ich bin Lehrerin und möchte mit meinen Schülern mithalten können.
Diese Aussage verblüffte den Geschäftsinhaber, und er verkaufte mir tatsächlich einen Bildschirm (bernsteinfarbenes Display) und einen Home-Computer. Das Ganze passt kaum ins Auto – zum Glück hatte ich einen Kombi – und war so teuer wie ein Kleinwagen.

Amstrad 1512Amstrad 1512 (1984)

Mein erster Heimcomputer, der Amstrad 1512, hatte zwei 5 1/2 Zoll- Diskettenlaufwerke – eines für das Betriebssystem DOS und eines für die Speicherung von Dateien. Der Bildschirm war bernsteinfarben und man konnte nur DOS-Befehle eingeben. Eine Maus gab es damals noch nicht – alles wurde über die Tastatur eingegeben.
Das war eine ganz neue Welt und das Gerät kostete so viel wie ein Kleinwagen. Damit fing die Digitalisierung an!

1986 stand der nächste Heimcomputer ins Haus, ein Schneider-PC. Das Gerät hatte dann schon eine 30 MB Festplatte und eine grafische Oberfläche von IBM mit Farbdisplay, genannt GEM. Die Bedienung geschah jetzt per Maus – es war eine Revolution, ist aber dann in einem Rechtsstreit mit Apple eingestellt worden.

GEM Oberfläche

Die Nachfolge trat Windows 1.0 an – das war 1985. Dieses System setzte sich dann sehr schnell durch.

Seit Mitte der 80er Jahre habe ich dann auch Jugendlichen in den damals an Gymnasien neu eingerichteten Computerräumen die Arbeit am PC näher gebracht – zunächst nur für Mädchen, dann aber auch für gemischte Gruppen. 

In den 90er Jahren kam etwas Spannendes hinzu: Digitale Fotos und Videos. 
Ich war in meinem Bekanntenkreis die erste, die 1994 eine digitale Kamera hatte  – mit vergleichsweise sehr schlechter Qualität, aber immerhin ein neuer Schritt in die digitale Welt!

Und kurz darauf kamen die Smartphones! Das Nokia brachte 1996 den sehr teuren Nokia Communicator heraus und Medion (Aldi) zog bald nach mit einem tollen Gerät, das intuitiv bedient werden konnte. Das war mein erstes Multifunktionsgerät im Taschenformat.

Wie Sie sehen, habe ich es gelernt, mit diesen Geräten zu arbeiten und bin meiner Profession treu geblieben. Aber jetzt wissen Sie auch, weshalb ich Ihnen um Nasenlängen voraus bin – ich habe mich schon von Anfang an den Herausforderungen der Digitalisierung gestellt!

Meine Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin – und ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Davon können meine Kunden heute profitieren.

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Wiebke Rettig

Seit 1974 bin ich im Schuldienst gewesen und habe Deutsch, Geographie, Sozialkunde und als Nebeneinsteigerin auch Informatik unterrichtet – zuletzt als Oberstudienrätin. Seit 1999 bin ich in der Erwachsenenbildung tätig mit Unterricht für PCs, Tablets und Smartphones gebe.

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